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Gemälde einer Pionierin für Kleve gesichert

Was wären die Klever Museen ohne ihre Mäzene! Die Spende des Kunstfreundes Peter Wack aus Kleve, langjähriges Mitglied des Vorstandes des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. und mittlerweile auch Ehrenmitglied, machte es möglich: Ein besonderes Gemälde konnte für Kleve gesichert werden.

In der neu präsentierten Ausstellung im wiedereröffneten B.C. Koekkoek-Haus konnte man seit Wiedereröffnung des Hauses im vergangenen Sommer bereits die einzige weibliche Schülerin B.C. Koekkoeks kennenlernen: Anna van Sandick (Utrecht 1818-1904 Kleve). Sie ist dort mit einer Ansicht Kleves vom Kiek in de Pott vertreten. Dieses romantische Gemälde erwarb unlängst der Freundeskreis der Klever Museen aus einer Privatsammlung - dank Peter Wack, den Talent und Schicksal dieser Frau des 19. Jahrhunderts berührt haben.

Anna van Sandick, Tochter eines ranghohen niederländischen Offiziers, war eine willensstarke Frau, die ihre Leidenschaft für die Malerei trotz Gegenwind des Zeitgeistes zu ihrem Beruf und sie damit zu einer Pionierin machte. Wegen ihres Geschlechtes war ihr der Zugang zur Akademieausbildung nicht möglich, sie musste sich selbst schulen und durchsetzen. Mit dem Entschluss, bei dem berühmten Klever Landschaftsmaler zu lernen, zog sie 1848 mit Mutter und Schwester nach Kleve. Koekkoek erteilte ihr Privatunterricht, gemeinsam mit den anderen männlichen Schülern war es nicht erlaubt. Auf eigenen Wunsch blieb sie unverheiratet, um sich ganz der Malerei zu widmen.

Auf der nationalen Ausstellung „Levende Meesters“ in Amsterdam 1852 zeigte sie erstmals ihr Werk einem großen Publikum. Im gleichen Jahr wurde sie Mitglied der Königlichen Akademie für Bildende Künste Amsterdam. Anna stellte auf vielen Ausstellungen in den Niederlanden und auch im weiteren Ausland aus. In Folge ihrer Bekanntheit hatte sie viele weibliche Schülerinnen und konnte von ihrer Kunst gut leben. Nach 1880 nahm sie kaum noch an Ausstellungen teil, 1890 erhielt sie für ein Spätwerk eine Silberne Medaille in Edinburgh. In den letzten Lebensjahren weilte sie oft bei ihren niederländischen Familienmitgliedern. Sie starb 1904 in Kleve, wo sie auch begraben ist (Alter Friedhof an der Lindenallee). Nach ihrem Tod geriet sie lange Zeit in Vergessenheit. Das nun erworbene Gemälde weckt und hält die Erinnerung an diese Künstlerin wach und ehrt zugleich den edlen Spender. Die Stadt Kleve hat unlängst eine Straße nach ihr benannt.

 

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