B.C.
Koekkoek-Haus


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Johannes Warnardus Bilders (Utrecht 1811-1890 Oosterbeek)
Beseelte Landschaft 19.02.2017–25.06.2017

Die Frühjahrsausstellung ist ein echtes romantisches Highlight und stellt in 70 Gemälden, Zeichnungen und Grafik das Werk dieses Koekkoek-Zeitgenossen und Landsmann des großen niederländischen Landschaftsmalers erstmalig in Deutschland vor. Der in Utrecht geborene Johannes Warnardus Bilders gilt als Begründer und Vaterfigur der Oosterbeeker Künstlerkolnie und als Wegbereiter der sogenannten Haager Schule des niederländischen frühen Impressionismus.

Bilders erhielt ersten Unterricht an der städtischen Zeichenschule und wurde Mitglied des Kunstervereins „kunstliefde“. Bilders erhielt nie Malunterricht, sondern erlernte das Fach durch seine Kontakte zu Malerkollegen und beobachtete die tonangebenden Künstler der Zeit wie z.B. Barend Cornelis Koekkoek.

1839 unternahm er eine Deutschlandreise mit einem Künstlerkollegen entlang den Flusslandschaften des Rheins und der Ahr. Bis 1859 folgten viele Studienreisen in das Nachbarland, an den Rhein, nach Wiesbaden (wo er König Willem III. besuchte), in den Schwarzwald.

Von Utrecht aus zog es ihn auch oft zum Arbeiten in das Gelderland: 1840 in der Umgebung von Beek, 1841 das erste Mal nach Oosterbeek bei Arnhem. Er verliebte sich in den Ort mit seinen Heidefeldern und alten Baumriesen und beschloss bereits im Jahr darauf, sich hier niederzulassen. Hier wurde er später zu einer zentralen, väterlichen Figur für die jungen Maler, die nach Oosterbeek kamen. Sein Sohn Gerard, der ebenfalls Maler wurde, arbeitete ebenfalls an seiner Seite. Diese Gemeinschaft aus Künstlern, die der Natur besonders nahe sein wollten, lebte in religionsähnlichen Ritualen und pflegte diese an einem Bachlauf unter alten Eichen auf der Heide bei Wolfheze, den „Wotanseichen“ als Ort der künstlerischen Inspiration.

In Anlehnung an die französische Kolonie der Freiluftmaler wurde Oosterbeek später das „holländische Barbizon“ genannt. In Bilders Spätwerk spiegelt sich das Vorbild der französischen Malerei aus, auch wenn der Künstler nicht nachweislich Frankreich besucht hat. Zusammen mit seinem Sohn Gerard stellte er seine Bilder auf den Weltausstellungen aus.

1858 zog Bilders mit seiner Familie nach Amsterdam. Hier wirkte er an der Einrichtung der Galerie von „Arti et Amicitiae“ mit, des wichtigsten Kunstvereins der Niederlande. Aus der Spätzeit stammen die großformatigen Zeichnungen mit Holzkohle, schwarzer und weißer Kreide. In Amsterdam verkehrte er in den Kreisen der bekanntesten Künstler, u.a. Jozef Israëls.

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau und seines Sohnes Gerard, verband sich 1880 mit der Malerin Maria van Bosse, die zuvor seine Schülerin geworden war, und kehrte nach Oosterbeek zurück. Als Künstlerehepaar besuchten sie nun gemeinsam die benachbarten Landschaften des Achterhoek, der Provinzen Drenthe und Groningen. Im Alter von 79 Jahren verstarb Bilders in Oosterbeek an einer Lungenentzündung.

Die Ausstellung wurde möglich durch eine Zusammenarbeit mit dem Museum Veluwezoom, Kasteel Doorwerth und dem RKD (Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis), Den Haag.

Es erscheint ein Katalog von Jeroen Kapelle und Manon van der Mullen mit vielen Abbildungen, deutsche Zusammenfassung.

(Herausgeber: Uitgeverij Blauwdruk, Wageningen, NL, 29,50 Euro)

 

 

J.W. Bilders, norwegische Landschaft, 1862, Rijksdienst voor het cultureel erfgoed
J.W. Bilders, Waldlandschaft, Öl auf Holz, ca. 1854, Museum Veluwezoom, Kasteel Doorwerth
J.W. Bilders, Gosausee mit Dachstein, Öl auf Holz, Stiftung B.C. Koekkoek-Haus
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