224 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Farbe und in Schwarzweiß
Erscheinungsjahr 2008
ISBN 978-90-70604-22-6
Hrsg.: Stachelswine Publishers, Fannius Scholtenstraat 86/II, 1051 GB Amsterdam, The Netherlands
Einführung von Dave H. Desjardijn
(Niederländisch, mit deutscher Übersetzug der Einführung von Dave H. Desjardijn als Einlegeblatt)
Zur Ausstellung „Exlibris und Kleingraphik 1900 – 1950. Aus der Sammlung Hanns Max Hirsch“ im B.C. Koekkoek-Haus (17.10.2010-09.01.2011) liegt ein Katalog in niederländischer Sprache vor, der 2008 erschienen ist. In ihm ist eine repräsentative Auswahl von Exlibris und Kleingraphik aus dem Besitz des Niederländers Dave Desjardijn abgebildet, betitelt und zugeordnet, die ursprünglich der Sammlung Hanns Max Hirsch angehörte. Im Katalog sind Arbeiten wichtiger Zeichner und Graphiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, u.a. von Otto Dix, Michel Fingesten, Georg Erler, Alois Kolb und Heinrich Zille, beschrieben und abgebildet. Mit ihren teils humoristischen, teils ernsthaften Motiven vermitteln die überwiegend kleinformatigen Blätter einen komplexen Eindruck von der Gesellschaft und dem Lebensmilieu der Auftraggeber und Sammler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Hanns Max Hirsch (Lebensdaten unbekannt) war ein einflussreicher Graphiksammler. Bis in die 1930er Jahre arbeitete er als Verkaufsleiter beim Maschinenbauunternehmen „Orenstein & Koppel“ in Berlin. Seine Sammlung spiegelt sein Umfeld und die Berliner Gesellschaft im allgemeinen wider: Neben zahlreichen Exlibris mit den Namen der Bucheigner sind u.a. Reklameblätter, Einladungskarten, Menüpläne und Glückwunschkarten zu Neujahr, der Kindgeburt oder dem Geburtstagsjubiläum zu finden. Die Bandbreite der Motive reicht von konservativen über mythologische bis hin zu erotischen Darstellungen. Es gibt berufsbezogene Exlibris für zum Beispiel Ärzte oder Rechtsanwälte, aber auch intime Motive zum privaten Gebrauch. Stilistisch sind bei den überwiegend aufwändig erstellten Blättern Einflüsse des Expressionismus, des Jugendstils als auch der Neuen Sachlichkeit zu erkennen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde „Orenstein & Koppel“ arisiert. Durch seine jüdischen Wurzeln war Hanns Max Hirsch gezwungen, in die Niederlande zu fliehen, wo er bis zu seinem Tod lebte. Hirschs Kollektion umfasste circa 5000 Blätter aus den Jahren 1880 bis 1940, darunter Arbeiten von Max Pechstein, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Franz Marc.
Die Sammlung wurde 1978 im Amsterdamer Auktionshaus „De Zwaan“ versteigert und aufgelöst.